Tagung setzt Startschuss für ein Präventions-Modellprojekt

Zufriedene Teilnehmer, zufriedene Gäste – zufriedene Stiftung. Besser hätte unsere Tagung „Sportwelten in NRW – mit Sicherheit verletzungsfrei“ am Nikolaustag 2018 kaum verlaufen können. Der Start in den Tag konnte sich schon sehen lassen: MdL Andreas Terhaag überbrachte die Botschaft, dass die Landesregierung im Haushaltsentwurf für 2019 die Förderung eines Modellprojekts zur Sportunfallprävention vorgesehen hat.

Unsere Tagung diskutierte Unfallursachen und mögliche Präventionsansätze in den Sportwelten Verein, Schule, Kita sowie im frei organisierten Sport innerhalb kommunaler Strukturen. In einer prominent besetzten Podiumsdiskussion stellten die Diskutanten die Relevanz von Sportunfallprävention heraus. Welche volkswirtschaftlichen Kosten jährlich allein in NRW durch Sportunfälle entstehen, veranschaulichte Podiumsteilnehmer Christian Vogée, Vorstand der ARAG Allgemeine Versicherungs-AG: „Rund 400 Millionen Euro müssen jährlich für die medizinische Heilbehandlung aufgebracht werden. Weitere Kosten, etwa für Arbeitsunfähigkeit kommen noch dazu.“ Franz Müntefering, unser Kuratoriumsvorsitzender, setzte seinen Fokus auf den Sport der Älteren: „Sport hält Körper und Geist zusammen“, so lautet sein Credo, „aber er muss gesund und sicher sein.“ MdL und sportpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Andreas Terhaag nannte die Sportunfallprävention einen wichtigen Baustein in der sportpolitischen Agenda des Landes NRW: „400.000 Unfälle ereignen sich jedes Jahr im Sport in NRW. Hier muss dringend umgedacht werden. Deshalb haben wir das mehrjährige Konzept „Sicherheit im und durch den Sport in der Kommune“ aufgesetzt, in dem die Stiftung Sicherheit im Sport ein Gesamtkonzept zur Verhinderung von Sportunfällen entwickeln wird.“

Tagung der Stiftung Sicherheit im Sport: „Sportwelten in NRW – mit Sicherheit verletzungsfrei“ am 06. Dezember 2018 im Hotel Franz in Essen.
Foto: Michael Grosler; www.grosler.de

Anschließend begann die inhaltliche Auseinandersetzung. Impulsvorträge von namhaften Referenten wie Prof. Pfitzner von der Uni Duisburg-Essen oder Michael Palmen vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft sorgten für eine erste Orientierung. Dass die Datenlage zu Sportunfällen und
-schäden in Deutschland lückenhaft ist, verdeutlichte Dr. Markus Klingenberg, Orthopäde und Unfallchirurg an der Beta Klinik Bonn: „Gäbe es verbindliche Vorgaben zu Vorsorgeuntersuchungen oder sportmedizinische Maßnahmen, die flächendeckend umgesetzt werden, könnten etwa Verletzungsrisiken teilweise behoben werden, bevor es überhaupt zu einer Sportverletzung kommt.“ Sein Plädoyer: ein kostengünstiges, einfach zu erlernendes und überall anwendbares Screening des Bewegungsapparates im Breitensport.

Am Nachmittag erarbeiteten Fachleute aus den verschiedenen Settings in Workshops Grundlagen und Ideen für konkrete Umsetzungen präventiver Maßnahmen.

Ideen und Lösungsansätze, wie Sport sicherer gestaltet werden kann

Die rund 80 Teilnehmer, Experten aus ihren jeweiligen Settings, diskutierten den Status Quo in ihren Sportwelten. Welche Daten existieren bereits zu den Verletzungsgeschehen, wo muss weiter geforscht werden? Welche Lösungsansätze existieren bereits und sind diese anwendbar oder erweiterbar? Wie können gute Beispiele auf der Basis guter Konzepte und Strategien settingübergreifend in einer Kommune Wirkung zeigen? Die Ergebnisse der Workshops werden in das nordrhein-westfälische Modellprojekt einfließen.

In Kürze werden wir die Dokumentation der Tagung online stellen, so dass die Ergebnisse zum weiteren Dran-Arbeiten öffentlich zur Verfügung stehen. Wir freuen uns über weitere Anregungen. Denn: Die Tagung mag abgeschlossen sein, unsere Arbeit fängt jetzt erst an.