Freeriden mit Köpfchen

Ein herrlicher Sonnentag. Sie sind mit dem Gelände vertraut, die Verhältnisse sind gecheckt, die Notfallausrüstung ist dabei und Sie sind in bester sportlicher Verfassung. Trotzdem fährt abseits der Pisten die Vorsicht mit: Lawinengefahr heißt Lebensgefahr!
Immer mehr Schneesportler suchen auch das Abenteuer neben der gesicherten Piste und begeben sich damit in Lawinen- und somit auch in Lebensgefahr. Etwa 100 Menschen sterben jährlich im europäischen Alpenraum. Die Anzahl der von Lawinen erfassten Personen sowie die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Lawinenauslösungen sind um ein Vielfaches höher! Fast alle Lawinenopfer lösten ihre Lawine selber aus.
Die meisten Unfälle hätten durch eine systematische Anwendung der gängigen Verfahren zum Risikomanagement vermieden werden können. Darüber hinaus hätten viele Verschüttete lebend geborgen werden können, wenn sie und die Mitfahrenden über die notwendige Verschütteten-Suchausrüstung verfügt hätten. Lawinenverschüttetensuchgerät, Lawinenschaufel und Lawinensonde gehören zur zwingenden Ausrüstung eines jeden Freeriders!
Trotz der zahlreichen Publikationen zu Lawinenkunde und Risikomanagement lassen sich die Gefahreneinschätzung und das richtige Verhalten beim Freeriden kaum „aus Büchern lernen“. Wir empfehlen daher die Teilnahme an speziellen Fortbildungen (z. B. Deutscher Alpenverein, Deutscher Skilehrerverband, Deutscher Skiverband) bzw. die Buchung eines ortskundigen Ski- oder Snowboardlehrers beim Befahren ungesicherter Bereiche (meist kennt dieser auch die schönsten, noch unverspurten Hänge).
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Praxistipps
Speichern Sie unbedingt die örtliche Notfallnummer sowie die Nummern Ihrer Mitfahrer in Ihr Handy ein. So kann die Rettungskette ohne Zeitverlust eingeleitet werden. Informationen zur Lawinenlage, zum Wetter und Gelände sowie zu den Mitfahrenden einholen, beurteilen und das eigene Handeln gegebenenfalls anpassen! Wetter, Schnee und Gelände ständig beobachten und das Verhalten, wenn not-wendig, anpassen (im extremfall: Rückkehr/Nicht-Befahren). Notfallausrüstung (mindestens Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät), Lawinenschaufel, Lawinensonde, Erste-Hilfe-Set) kontrollieren und den Umgang mit dem LVS-Gerät sowie die Handhabung von Schaufel und Lawinensonde immer wieder üben. Lawinenlagebericht, Warnhinweise und Sperrschilder beachten!
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GERING
Allgemein sichere Verhältnisse.
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MÄSSIG
Mehrheitlich günstige Verhältnisse. Vorsichtige Routenwahl, vor allem an Steilhängen der angegebenen Expedition und Höhenlage.
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ERHEBLICH
Teilweise ungünstige Verhältnisse. Erfahrung in der Lawinenbeurteilung erforderlich. Steilhänge der angegebenen Expedition und Höhenlage möglichst meiden.
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GROSS
Ungünstige Verhältnisse. Viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung erforderlich. Beschränkung auf mäßig steiles Gelände. Lawinenauslaufbereiche beachten.
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SEHR GROSS
Sehr ungünstige Verhältnisse. Verzicht empfohlen. Unbedingt auf den markierten und geöffneten Abfahrten bleiben.
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Lawinengefahrenskala
Die fünfstufige europäische Lawinengefahrenskala ist die Grundlage der Lawinenlageberichte in den Alpenregionen. Neben der Beschreibung der Schneedeckenstabilität sowie der Lawinen-Auslösewahrscheinlichkeit werden auch Hinweise für das Verhalten von Schneesportlern außerhalb gesicherter Pisten gegeben.
Ab Gefahrenstufe 3 sollten nur Schneesportler die gesicherten Pisten verlassen, die über Erfahrung in der Lawinenbeurteilung verfügen. Ab Gefahrenstufe 4 sollten grundsätzlich nur noch die gesicherten Pisten befahren werden.
Die Lawinengefahrenskala ist nur ein grobes Instrument der Gefahreneinschätzung und muss bei Bedarf regional angepasst und mithilfe von detaillierten Verfahren zum Risikomanagement konkretisiert werden.

