Die Skischuhe

So finden Sie die richtigen Skischuhe. Worauf Sie beim Kauf achten sollten. Mit Praxistipps!

Die Skischuhe – Flex und Komfort sind angesagt

Die SkischuheDie Skischuhe sollten bequem am Fuß sitzen und trotzdem so eng sitzen, dass die Aktionen des Skifahrers möglichst direkt auf den Ski übertragen werden. Bei der Auswahl der geeigneten Skischuhe ist größte Sorgfalt geboten, um die Freude am Skifahren nicht durch kalte Füße, schmerzende Druckstellen oder „einbetonierte Sprunggelenke“ zu trüben.

Daher ist es wichtig, dass die Skischuhe bei skitypischen Bewegungen keine Druckstellen erzeugen und ein Beugen des Sprunggelenkes durch die Gelenkmechanik des Skischuhs unterstützt und keinesfalls verhindert wird. Nehmen Sie sich beim Anprobieren der Skischuhe viel Zeit, um unterschiedliche Modelle verschiedener Hersteller zu probieren. Folgendes sollten Sie beachten, wenn Sie Skischuhe kaufen oder ausleihen möchten:

  • Skischuhe werden mit einem Paar (dünnen) Skisocken anprobiert und getragen. Sind die Skischuhe zu groß, werden Passform, Kraftübertragung auf den Ski und der Flex des Skischuhs negativ beeinflusst.
  • Bei aufrechtem Stand (Skischuh drückt gegen die Wade) sollen die Zehen vorne Kontakt zum Innenschuh haben. In skitypischer Beugestellung (das Schienbein drückt gegen den Skischuhschaft) sollen die Zehen frei beweglich sein. Oder: Steht man in der Skischuhschale, ohne Innenschuh, sollten an der Ferse ca. 1 bis 2 cm Platz sein, wenn die Zehenspitzen vorne leicht anstoßen.
  • Bei der Anprobe von Skischuhen (ca. 15 Minuten pro Skischuh reichen aus) sollte man vor allem auf die Funktion der Gelenkmechanik achten. Skischuhe bestehen aus thermoplastischem Kunststoff. Das Material wird umso härter, je kälter es ist. Bei 20 °C ist jeder Skischuh weich. Die Flex-Angaben der Hersteller sind leider nicht herstellerübergreifend vergleichbar. Trotzdem geben sie eine gute Orientierung für die Härte eines Skischuhs. Ein durchschnittlicher Freizeitskifahrer benötigt keinen Rennschuh mit einer Härte von 140 oder 150! Jedoch gilt: Je sportlicher die Fahrweise und je schwerer der Skifahrer ist, desto härter sollte der Skischuh sein (höherer Flex-Wert). Zu harte Skischuhe verhindern allerdings eine ausreichende Vorlage!
  • Jeder Hersteller erstellt seine eigenen „Normleisten“ für die Skischuhe. Vor allem Skifahrer mit sehr schmalen bzw. sehr breiten Füßen sollten unbedingt Skischuhe unterschiedlicher Hersteller anprobieren. Ein fachkundiger Verkäufer kann über die verschiedenen Leistenformen der Hersteller Auskunft geben.
  • Manche Hersteller bieten Schuhe mit unterschiedlichen Leistenbreiten (breiteste Stelle des Vorfußes) an, um eine optimale Passform zu gewährleisten.
  • Ein geschäumter Innenschuh ist empfehlenswert, wenn sich keine passenden Skischuhe finden und mithilfe der gängigen Anpassungsmöglichkeiten keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt werden können.
  • Eine hochwertige, gegebenenfalls individuell angepasste Einlegesohle optimiert die Passform und die Kraftübertragung eines Skischuhs.
  • Falls der Skischuh über eine „Canting-Anpassung“ verfügt, sollte die seitliche Neigung des Schuhschaftes an die Unterschenkel angepasst werden, um X-Bein-bzw. O-Bein-Stellungen auszugleichen.
  • Für „Kaltfüßler“ ist eine beheizbare Einlegesohle oder ein Skischuh mit integriertem Heizsystem zu empfehlen.
  • Skischuhe älteren Baujahrs sollten genau auf Beschädigungen und Abnutzung kontrolliert werden und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Praxistipps

  • Die meisten Innenschuhe können thermisch angepasst werden. Zusätzlich kann auch die Skischuhschale verformt oder ausgefräst werden, um Druckstellen vorzubeugen! Fragen Sie einen Fachmann!
  • Nur trockene Skischuhe wärmen optimal und beugen kalten Füßen vor! Trocknen Sie daher Ihre Innenschuhe am besten mit einem speziellen Skischuhtrockner, den es im Fachhandel zu kaufen gibt. Achtung bei Zimmerheizungen: Niemals den Skischuh direkt auf die Heizung legen – es besteht die Gefahr, dass sich die Schale verformt. Nehmen Sie den Innenschuh alle drei bis vier Tage aus der Schale heraus, damit er auch von außen trocknen kann.
  • Sofern die Schienbeine schmerzen, polstern Sie diese mit einem elastischen, dämpfenden Material ab, welches Sie z. B. im Sportfachhandel erwerben können.