Was tun, wenn es passiert

Was tun, wenn es passiertWas ist im Falle eines Unfalls zu tun? Ist man Zeuge eines Unfalls oder selbst an einem Unfall beteiligt, sollte man nicht zögern, sondern direkt Erste Hilfe leisten. Das ist nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben (§ 323c StGB „Unterlassene Hilfeleistung“; daraus leitet sich die Verpflichtung ab, bei Unglücksfällen Hilfe zu leisten, sofern keine erheblichen Gefahren für die eigene Person zu erwarten sind).

Im Falle eines Unfalls sollte man versuchen, ruhig und entschlossen zu handeln. Eine Beherrschung der Erste-Hilfe-Maßnahmen, das Absichern der Unfallstelle und das Einleiten von weiteren Maßnahmen (z. B. Notruf) sind notwendig, um Schaden vom Verletzten und den Helfern abzuwenden.

RUHE BEWAHREN – UNFALLSTELLE SICHERN – EIGENE SICHERHEIT BEACHTEN!

Sind Sie im Falle eines Unfalls gut abgesichert (Unfallversicherung einschließlich Bergungskosten und Rücktransport; gegebenenfalls Auslandskrankenversicherung)?

Was tun, wenn es passiert ist

Die erste Maßnahme nach einem Unfall muss immer der orientierende „first look“ auf den Verletzten sein. Danach muss schnell entschieden werden, ob und gegebenenfalls welche Sofortmaßnahmen getroffen werden müssen. Folgende Maßnahmen sind in Abhängigkeit von der Situation zwingend erforderlich:

UNFALLSTELLE ABSICHERN wenn die verletzte Person nicht sofort aufsteht.

BEWUSSTSEIN PRÜFEN (max. 10 Sekunden): Ist der Verletzte ansprechbar oder bewusstlos (laut ansprechen, anfassen, an den Schultern rütteln, kneifen)?

Bewusstsein vorhanden Situationsgerecht helfen und gegebenenfalls Notruf!
Kein Bewusstsein Hilfe rufen und sofort Atmung prüfen!

ATMUNG PRÜFEN (max. 10 Sekunden): liegt eine „normale Atmung“ vor (keine „Schnappatmung“ als Symptom bei 40 % der Kreislaufstillstände)? Atemwege freimachen, Überstrecken des Kopfes und Luftstrom aus Nase/Mund sowie Brustkorbbewegungen kontrollieren; gegebenenfalls Pulskontrolle (max. 10 Sekunden): Ist der Puls an der Halsschlagader tastbar (nur für geübte Helfer sinnvoll)?

Atmung/Puls vorhanden Stabile Seitenlage und Notruf!
Atmung/Puls nicht vorhanden Notruf und sofort Wiederbelebung

WIEDERBELEBUNG: Bei fehlenden Vitalfunktionen 30-mal Herzdruckmassage (Frequenz: ca. 100/Minute, Hände in Brustmitte, gestreckte Arme, Drucktiefe ca. 5 cm), anschließend zweimal Beatmung jeweils im Wechsel bis der Notarzt eintrifft oder Vitalfunktionen (v. a. Bewusstsein, Atmung) wieder vorhanden sind. Defibrillation mit automatisiertem externen Defibrillator (AeD): alls ein AeD durch einen zweiten Helfer oder per Notruf organisiert werden kann (z. B. Liftstation), sollte dies geschehen, nachdem die Atemkontrolle negativ war. Herzdruckmassage und Beatmung haben Vorrang!

Situationsgerecht helfen: Je nach Verletzungsart, die angemessenen Erste-Hilfe-Maßnahmen bis zum Eintreffen der organisierten Rettung ergreifen (z. B. stabile Seitenlage, Wundversorgung, Schutz vor Unterkühlung). Gegebenenfalls den Verletzten aus stark frequentierten Pistenbereichen oder unübersichtlichen Stellen bergen, falls dieser in der Lage ist, selbstständig oder mit Hilfe zu gehen.

Stabile Seitenlage: Durch die Stabile Seitenlage wird unterstützt, dass die Atemwege freigehalten werden und Erbrochenes, Blut etc. ablaufen kann. Achten Sie darauf, dass der Mund des Betroffenen tiefster Punkt des Körpers und der Kopf überstreckt ist. Auch in der stabilen Seitenlage müssen Sie immer wieder Bewusstsein, Atmung etc. des Betroffenen kontrollieren!

Notruf: Die Notfallnummer des Skigebiets findet man häufig auf demiftpass, ansonsten auf dem Pistenplan. Generell kann man auch die Nummer 112 wählen, allerdings vergeht dabei viel Zeit, bis die Informationen zum Skigebiet weitergeleitet werden. 

  • Wo befindet sich der Unfallot und wann ist der Unfall passiert? (hilfreich: Pistenname/-nummer, Liftstützennummer, Entfernung zur Berg-/Talstation, besonders markante Geländeeigenschaften oder Pistenabschnitte) 
  • Was ist passiert? (knappe Schilderung des Unfallhergangs: Sturz, zusammen-stoß, Lawinenabgang etc.) 
  • Wie viele Verletzte? Welcher Art sind die Verletzungen? Warten auf Rückfragen!

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Praxistipps

Speichern Sie unbedingt die örtliche Notfallnummer sowie die Nummern Ihrer Mitfahrer in Ihr Handy ein. So kann die Rettungskette ohne Zeitverlust eingeleitet werden. Außerdem sollte ein Pistenplan immer greifbar sein, um den Unfallort benennen zu können (auf diesem findet man auch die maßgeblichen Notfallnummern, teilweise auch auf den Liftpässen). Falls Sie ein Erste-Hilfe-Set mit sich führen, empfehlen wir nachstehende Materialien (gegebenenfalls zu ergänzen): 

  • Notfalldecke (Metallfolie mit Silber-/Goldbeschichtung, um eine Unterkühlung des Körpers zu verhindern) 
  • 2 Dreieckstücher, 1 elastische Binde, mindestens 3 sterile Kompressen (10 x 10 cm), 1 Rolle Tape, Pflaster in unterschiedlichen Größen, Schere oder scharfes Messer, Sicherheitsnadeln